Ein Boden lässt sich schwer beschreiben. Deshalb zeigen wir fünf Projekte, wie sie bei uns regelmäßig auf dem Tisch liegen: ein Mosaikparkett aus den Siebzigern, ein Neubau ohne Belag und eine Fliesenfläche, die niemand herausstoßen wollte.
Jedes Mal entscheidet dieselbe Frage über das Ergebnis: Was ist unter dem Boden los?
Vorher
Nachher
Ausgangslage. Würfelmuster-Mosaikparkett, wie es in den Siebzigern in viele Wohnungen kam: matt, verkratzt, am Fenster Wasserflecken.
Die Frage. Mosaikparkett ist dünn. Ob es einen Schliff überhaupt verträgt, entscheidet die Nutzschicht — und die sieht man erst, wenn man an einer unauffälligen Stelle anschleift.
Umsetzung. Schichtdicke prüfen, in drei Körnungen schleifen, Fugen kitten, versiegeln oder ölen.
Ergebnis. Der Boden bleibt liegen. Kein Abriss, kein Container, kein neuer Belag — und das Muster, das viele für einen Makel halten, wird wieder zum Merkmal des Raums.
Vorher
Nachher
Ausgangslage. Roher Estrich, kein Belag, der Übergabetermin steht.
Die Frage. Die Restfeuchte. Wird zu früh verlegt, quillt das Holz und der Kleber versagt. Darüber entscheidet die Messung, nicht der Kalender — auch wenn der Kalender drängt.
Umsetzung. Feuchtigkeit messen, Untergrund spachteln und grundieren, Dielen verlegen, Sockelleisten setzen.
Ergebnis. Ein Boden, der plan liegt und nicht knarrt — weil die Vorarbeit stimmt. Man sieht sie nachher nicht. Man hört sie.
Vorher
Nachher
Ausgangslage. Fliesen im Wohnbereich, die keiner mehr sehen will. Abriss bedeutet Staub, Lärm, einen beschädigten Estrich — und Tage, an denen die Wohnung Baustelle ist.
Die Frage. Die Fugen. Wer direkt auf Fliesen verlegt, zeichnet jede Fuge im neuen Belag ab, spätestens nach einem Sommer.
Umsetzung. Haftbrücke auftragen, Fläche spachteln, bis die Fugen verschwunden sind, dann Designbelag darauf.
Ergebnis. Die Fliesen bleiben, wo sie sind. Der neue Boden liegt eben auf.
Vorher
Nachher
Ausgangslage. Eine zusammenhängende Bürofläche, der alte Teppich verschlissen, die Laufwege dunkel eingelaufen. Der Raum ist breiter als jede Rollenbreite — irgendwo muss eine Naht liegen.
Umsetzung. Neue Schlingenware, Bahnen exakt angeschnitten und so gelegt, dass die Nähte im fertigen Bild verschwinden.
Ergebnis. Eine ruhige, gleichmäßige Fläche. Mehr dazu: Teppichboden verlegen.
Vorher
Nachher
Ausgangslage. Ein Wintergarten mit senkrechten Fenstern und schrägen Trapezfeldern im Dach. Beschattet waren nur die geraden Flächen — im Sommer stand die Hitze.
Umsetzung. Verspannte Plissees nach Maß, auch für die Schrägen und Trapezfelder, wo freihängende Anlagen nicht funktionieren.
Ergebnis. Weiches, gleichmäßiges Licht statt greller Sonne. Mehr dazu: Sonnenschutz montieren.