Wenn der Boden abgeschliffen ist, liegt rohes Holz da — offen, saugfähig und ungeschützt. Was jetzt darauf kommt, entscheidet, wie sich Ihr Parkett die nächsten Jahre anfühlt, wie es altert und wie viel Arbeit es macht. Parkett ölen oder Parkett versiegeln: Das ist keine Geschmacksfrage zwischen zwei gleichwertigen Varianten, sondern eine Entscheidung zwischen zwei ganz verschiedenen Philosophien.
Lack legt einen geschlossenen Film über das Holz. Öl zieht hinein und lässt die Poren offen. Der eine Boden ist geschützt, der andere lebendig. Der eine lässt sich kaum punktuell reparieren, der andere ständig. Beides ist richtig — aber nicht für dieselben Leute.
Wir bauen Parkettoberflächen seit 1961 in Rüsselsheim neu auf: nach dem Schliff, bei der Renovierung oder wenn ein geölter Boden einfach wieder dran ist. Das Abschleifen selbst beschreiben wir auf der Seite Parkett schleifen. Hier geht es um das, was danach passiert — und darum, welche der beiden Oberflächen zu Ihrem Leben passt.
Zuerst klären wir, was auf dem Boden bisher drauf war. Ein geölter Parkettboden nimmt keinen Lack an, ohne dass das Öl vorher restlos herunter ist; ein lackierter Boden nimmt kein Öl an, solange der Film noch steht. Diese Frage ist wichtiger, als sie klingt — sie entscheidet, wie viel Vorarbeit nötig wird.
Dann kommt die Beratung, und die führen wir ehrlich. Wir fragen, wer im Haus wohnt, ob Hunde mitlaufen, ob die Küche auf dem Holz steht und wie viel Pflege Sie wirklich leisten wollen — nicht, wie viel Sie sich vornehmen. Danach empfehlen wir, nicht vorher.
Beim Versiegeln tragen wir Grundierung und mehrere Lackschichten auf, mit Zwischenschliff zwischen den Durchgängen. Der Zwischenschliff nimmt die aufgestellten Holzfasern zurück — ohne ihn fühlt sich der fertige Boden rau an.
Beim Ölen arbeiten wir das Öl in das Holz ein und lassen es einziehen. Nach der Einwirkzeit wird überschüssiges Öl abgenommen und die Fläche mit der Poliermaschine einpoliert. Was nicht ins Holz geht, muss herunter — sonst bleibt es klebrig auf der Oberfläche stehen und harzt aus. Zum Schluss folgt die Erstpflege, die dem frischen Öl die erste Belastbarkeit gibt.
Ein lackierter Parkettboden trägt eine geschlossene Schutzschicht. Wasser, Rotwein und Schmutz kommen nicht ans Holz, weil sie gar nicht erst hinkommen. Gewischt wird nebenbei, Pflegemittel braucht es kaum. Der Haken zeigt sich beim ersten tiefen Kratzer: Verletzt wird nicht das Holz, sondern der Lack — und den kann man nicht an einer Stelle ausbessern. Der Ansatz würde immer sichtbar bleiben. Irgendwann muss die ganze Fläche neu.
Ein geölter Parkettboden hat keine Schicht, er hat ein gesättigtes Holz. Das Öl zieht in die Poren des Holzes ein und härtet dort aus. Die Maserung wird tiefer, der Boden fühlt sich warm und trocken an statt kühl und glatt — die Haptik ist für viele der eigentliche Grund. Und ein Kratzer lässt sich mit etwas Öl und einem Lappen genau dort ausbessern, wo er entstanden ist. Dafür will so ein Boden regelmäßig Zuwendung.
Unsere Erfahrung nach vielen Jahren: Wer wenig Zeit hat und den Boden vergessen will, fährt mit Lack besser. Wer sein Holz anfassen und in zehn Jahren nicht die ganze Fläche erneuern will, nimmt Öl.
„Ölen“ ist ein Sammelbegriff. In der Praxis arbeiten wir vor allem mit zwei Systemen.
Hartöl dringt tief ein und härtet im Holz aus. Die Oberfläche bleibt sehr natürlich und offenporig, der Schutz gegen Feuchtigkeit ist ordentlich, aber nicht überragend.
Hartwachsöl kombiniert Öl mit Wachsanteilen. Das Öl geht ins Holz, das Wachs bildet obendrauf einen dünnen, mikroporigen Film. Das Ergebnis ist unempfindlicher gegen Wasser und Flecken als reines Öl — und bleibt trotzdem punktuell reparierbar. Für Wohnräume, Küchen und Flure ist das für uns der Standard.
Reines Wachs ohne Ölanteil sehen wir heute fast nur noch in Altbeständen. Es ist schön, aber empfindlich gegen Wasser und sehr pflegeintensiv — wir raten in der Regel davon ab.
Beim Lack wählen Sie zusätzlich, wie viel Licht die Oberfläche zurückwirft. Matte Lacke wirken natürlich und kommen einem geölten Boden optisch nahe, zeigen aber Staub etwas deutlicher. Glänzende Oberflächen bringen Tiefe in dunkle Holzarten — und zeigen jeden Kratzer. Seidenmatt liegt dazwischen und ist der Kompromiss, den die meisten wählen. Welche Wirkung ein Glanzgrad auf Ihrer Holzart hat, sehen Sie am besten an einer verlegten Fläche: Im Showroom in der Eisenstraße liegen die Muster als Fläche aus, nicht als Handstück.
Ein geölter Boden ist kein Selbstläufer, aber auch keine Wissenschaft. Gewischt wird nebelfeucht, nicht nass, und mit Holzbodenseife statt Allzweckreiniger — aggressive Mittel waschen das Öl aus dem Holz heraus. In größeren Abständen bekommt der Boden ein Pflegeöl, das die Schutzschicht auffrischt.
Irgendwann reicht Pflege nicht mehr: Auf den Laufwegen — vor dem Sofa, im Flur, vor der Spüle — wird das Holz heller und trockener, weil dort das Öl heraus ist. Dann wird nachgeölt. Wie oft, hängt allein an der Beanspruchung: Ein Flur mit Kindern und Hund braucht das deutlich öfter als ein Schlafzimmer. Ein Warnsignal gibt es übrigens: Wenn ein Wassertropfen nicht mehr steht, sondern sofort dunkel einzieht, ist das Öl an dieser Stelle weg.
Der große Vorteil einer geölten Oberfläche: Sie lässt sich auffrischen, ohne dass der ganze Boden bis aufs rohe Holz herunter muss. Wir reinigen die Fläche gründlich, nehmen mit einem leichten Zwischenschliff die Gebrauchsspuren und das alte Pflegeöl ab und ölen neu. Das Holz verliert dabei fast nichts von seiner Nutzschicht — der Boden kann das viele Male mitmachen.
Bei einem lackierten Boden geht das nicht: Ist der Lack durchgelaufen, hilft nur der volle Weg über den Schliff. Wann welcher Weg der richtige ist, sehen wir uns beim Aufmaß an. Kleinere Schäden in der Fläche gehen oft auch ohne Flächenbehandlung weg — siehe Parkett reparieren. Und wenn Sie ohnehin über neues Holz nachdenken, hilft unser Parkett-Sortiment weiter.
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Ausgangslage. Ein Eichenparkett im Flur, lackiert. Der Lack war auf den Laufwegen durchgelaufen, an zwei Stellen bis aufs Holz. Gewünscht war eine Oberfläche, die sich später ausbessern lässt, ohne dass die ganze Fläche dran glauben muss.
Die Frage. Ein Wechsel von Lack auf Öl geht nicht mit einem Anstrich. Der alte Lackfilm muss restlos herunter, sonst zieht das Öl nicht in das Holz ein, sondern bleibt oben liegen. Die Frage war also nicht nur, welche Oberfläche — sondern ob die Nutzschicht den dafür nötigen Schliff noch hergibt.
Umsetzung. Nutzschicht geprüft, Lack vollständig abgetragen, Fläche in mehreren Körnungen bis zum rohen Holz aufgebaut. Danach Hartwachsöl in zwei Aufträgen, überschüssiges Öl abgenommen, einpoliert und mit der Erstpflege abgeschlossen.
Ergebnis. Ein Flurboden mit offener, matter Oberfläche. Der Unterschied zeigt sich erst beim nächsten Kratzer: Der geht jetzt mit Öl und einem Lappen weg — an genau der Stelle, an der er entstanden ist.
1. Anruf oder Richtpreis. Sie beschreiben Fläche und Zustand — oder holen sich über den Kalkulator vorab eine Größenordnung.
2. Aufmaß vor Ort. Wir bestimmen, was bisher auf dem Holz liegt — Öl, Lack oder Wachs — und prüfen die Nutzschicht.
3. Beratung zur Oberfläche. Lack, Hartöl oder Hartwachsöl, dazu der Glanzgrad. Wir fragen, wie Sie wohnen, bevor wir empfehlen.
4. Festpreisangebot. Eine verbindliche Zahl, inklusive Vorarbeiten und der Oberfläche, für die Sie sich entschieden haben.
5. Vorbereiten. Je nach Zustand ein leichter Zwischenschliff oder der volle Schliff bis aufs rohe Holz. Fläche entstauben, Raum abkleben.
6. Versiegeln oder Ölen. Beim Lack Grundierung und mehrere Schichten mit Zwischenschliff. Beim Öl Auftrag, Einwirkzeit, Überschuss abnehmen, einpolieren, Erstpflege.
7. Übergabe. Sie bekommen den Boden zurück und dazu die Pflegeanleitung für genau diese Oberfläche — nicht ein allgemeines Merkblatt.
Was das Versiegeln oder Ölen kostet, hängt an der Fläche, am Zustand der alten Oberfläche und daran, wie viel Vorarbeit nötig ist. Ein Boden, der nur aufgefrischt und nachgeölt wird, ist eine andere Arbeit als ein Wechsel von Lack auf Öl mit vollem Schliff. Deshalb steht hier keine Zahl.
Der Richtpreiskalkulator gibt Ihnen in drei Minuten eine belastbare Größenordnung — kostenlos und unverbindlich. Verbindlich wird es nach dem Aufmaß: als Festpreis.
Keines von beidem ist grundsätzlich besser, sie passen zu verschiedenen Menschen. Lack ist pflegeleicht und unempfindlich, lässt sich aber nicht punktuell ausbessern — irgendwann muss die ganze Fläche neu. Öl fühlt sich natürlicher an und ist an einzelnen Stellen reparierbar, will dafür regelmäßige Pflege. Wer wenig Zeit hat, nimmt Lack. Wer das Holz spüren will, nimmt Öl.
Das hängt allein an der Beanspruchung, nicht am Kalender. Ein Flur mit Kindern und Hund braucht es deutlich öfter als ein Schlafzimmer. Der Boden sagt es Ihnen selbst: Wenn ein Wassertropfen nicht mehr stehen bleibt, sondern sofort dunkel einzieht, ist das Öl an dieser Stelle heraus. Spätestens dann wird nachgeölt.
Hartöl zieht tief in das Holz ein und härtet dort aus. Die Oberfläche bleibt sehr natürlich und offenporig. Hartwachsöl kombiniert Öl mit Wachs: Das Öl geht ins Holz, das Wachs bildet obendrauf einen dünnen Film. Dadurch ist der Boden unempfindlicher gegen Wasser und Flecken — und trotzdem punktuell reparierbar.
Nein. Solange der Lackfilm steht, kommt kein Öl in das Holz — es bleibt oben liegen, wird klebrig und harzt aus. Für den Wechsel von Lack auf Öl muss die alte Versiegelung restlos abgeschliffen werden. Ob die Nutzschicht Ihres Bodens das noch hergibt, prüfen wir vor Ort.
Nicht immer. Ist der Boden bereits geölt und nur an den Laufwegen abgelaufen, reichen oft Reinigen, ein leichter Zwischenschliff und ein neuer Ölauftrag — die Nutzschicht bleibt dabei fast unberührt. Ein voller Schliff bis aufs rohe Holz ist nur nötig, wenn die Oberfläche gewechselt wird oder tiefe Schäden in der Fläche sitzen.
Nebelfeucht wischen, nicht nass, und Holzbodenseife statt Allzweckreiniger benutzen — aggressive Mittel waschen das Öl aus dem Holz. In größeren Abständen bekommt der Boden ein Pflegeöl, das die Schutzschicht auffrischt. Filzgleiter unter Möbel und eine Matte am Eingang sparen mehr Arbeit, als jedes Pflegemittel sie je einbringt.
Mack Bodenbeläge · Eisenstraße 33 · 65428 Rüsselsheim
Telefon: 06142 65920 · E-Mail: info@mack-parkett.de