Ein Plissee montieren klingt nach zwanzig Minuten und zwei Schrauben. In der Praxis entscheidet sich schon vor dem ersten Handgriff, ob der Sonnenschutz später sauber läuft: beim Aufmaß. Ein paar Millimeter zu breit, und der Behang klemmt im Rahmen. Ein paar Millimeter zu schmal, und an der Seite bleibt ein Lichtstreifen, den Sie jeden Morgen sehen.
Wir messen auf, montieren und richten aus — Plissees, Jalousien und Rollos. Gebohrt am Fensterflügel oder im Mauerwerk, geklemmt ganz ohne Bohren, verspannt am Dachfenster. Welche der Montagearten passt, entscheidet das Fenster: die Glasleiste, die Falztiefe und die Frage, ob Sie in Ihre Kunststofffenster bohren dürfen oder wollen.
Wir sind seit 1961 in Rüsselsheim und haben die Fensterformen der Region oft genug gesehen — Altbaufenster, die nicht rechtwinklig sind, Dachschrägen, Wintergärten mit Trapezfeldern. Was an Ihrem Fenster geht und was nicht, sagen wir Ihnen beim Aufmaß. Also bevor bestellt wird, nicht danach.
Wir kommen zum Aufmaß und sehen uns das Fenster an, bevor irgendetwas bestellt wird. Gemessen werden Scheibe, Falz, Glasleiste und die Tiefe des Flügels. Daraus ergibt sich, welche Befestigung überhaupt möglich ist — und welche nicht.
Dann die Entscheidung bohren, klemmen oder kleben. Klemmträger werden auf den Fensterflügel gesteckt, ohne eine einzige Schraube: die saubere Lösung in der Mietwohnung und bei neuen Kunststofffenstern. Geklebt wird direkt auf die Glasscheibe oder die Glasleiste, wenn der Fensterfalz zu flach für Klemmträger ist. Gebohrt wird in Glasleiste, Fensterrahmen oder Mauerwerk — bei schweren Behängen, bei großen Breiten und immer dann, wenn es dauerhaft halten muss.
An Dachfenstern und Schrägen wird verspannt: Der Behang läuft in Spannschuhen und liegt an der Scheibe an, auch wenn das Fenster gekippt ist.
Zum Schluss wird ausgerichtet und geprüft. Der Stoff muss über die ganze Breite gleichmäßig aufliegen und ohne Haken laufen, dann kommen die Abdeckkappen drauf. Sie bekommen die Bedienung erklärt, Verpackung und Reste nehmen wir mit.
Alles, was auf dieser Seite steht, betrifft Sonnenschutz innen: Behänge, die direkt am Fenster oder im Raum sitzen. Plissees, Jalousien, Rollos.
Für die Plissee-Montage gibt es im Kern drei Wege. Welcher davon der richtige ist, beantwortet das Fenster und nicht der Katalog.
Geklemmt. Klemmträger werden von oben auf den Fensterflügel geschoben und halten durch Federdruck. Es wird nichts gebohrt und nichts geklebt, beim Auszug bleibt kein Loch zurück. Voraussetzung ist ein ausreichend tiefer Fensterfalz. Ist er zu flach, sitzt der Träger nicht sicher — und der Behang wandert bei jedem Öffnen des Fensters ein Stück weiter.
Geklebt. Klebeleisten kommen direkt vor der Scheibe auf das Glas oder auf die Glasleiste. Das ist die Lösung für flache Falze und für Flügel, an denen Klemmträger keinen Halt finden. Sie funktioniert zuverlässig, wenn der Untergrund fettfrei und die Klebefläche groß genug ist. Deshalb wird vor dem Kleben gereinigt, statt die Leiste auf gut Glück aufzudrücken.
Gebohrt. Verschraubt wird in die Glasleiste, in den Fensterrahmen oder direkt am Mauerwerk, an der Wand oder an der Decke. Das hält am besten und ist bei schweren Jalousien, breiten Rollos und stark genutzten Fenstern die richtige Wahl. Der Preis dafür sind Bohrlöcher — im Mietobjekt eine Frage, die man vorher klärt und nicht hinterher.
Freihängende Plissees hängen an einer Schiene und werden von der Schwerkraft gehalten. Am senkrechten Fenster reicht das. Sobald das Fenster gekippt oder schräg eingebaut ist, fällt der Stoff nach vorne weg — und genau dann braucht es verspannte Plissees. Sie laufen in seitlichen Spannseilen, oben und unten sitzen Spannschuhe in der Glasleiste. Der Behang liegt dadurch an der Scheibe an, egal in welcher Stellung das Fenster steht.
Für Dachfenster ist das der einzige sinnvolle Weg. Wer dort ein freihängendes System montiert, bekommt einen Behang, der bei jedem Lüften durchhängt.
Ein Plissee ist ein gefalteter Stoff, der von oben und von unten gefahren werden kann. Das ist sein praktischer Vorteil: Sie decken die untere Hälfte des Fensters ab und lassen oben das Licht herein — genau das, was man im Erdgeschoss zur Straße hin braucht.
Jalousien arbeiten mit Lamellen. Sie lenken das Licht, statt es nur zu dämpfen, und lassen sich stufenlos drehen. Rollos sind die einfachste Form: eine Bahn, die auf- und abläuft, blickdicht oder transparent, je nach Stoff. Bei allen dreien gilt dieselbe Frage nach der Befestigung — nur das Gewicht verschiebt die Antwort in Richtung Bohren.
Welcher Stoff, welche Farbe, welches System: Das ist eine Frage für den Showroom, nicht für diese Seite. Die Auswahl finden Sie unter Sonnenschutz. Die Muster liegen bei uns in der Eisenstraße als Fläche aus, weil ein Stoff auf zehn Zentimetern anders wirkt als am ganzen Fenster.
Die Montageart steht nicht im Katalog. Sie ergibt sich aus vier Maßen am Fenster.
Die Falztiefe. Der Abstand zwischen Glas und Fensterrahmen. Sie entscheidet, ob ein Klemmträger sicher sitzt — oder ob die bohrfreie Montage über Klebeleisten laufen muss.
Die Glasleistentiefe. Wie tief die Leiste ist, die das Glas hält. Davon hängt ab, ob eine Montage in der Glasleiste möglich ist: verschraubt, oder mit Spannschuhen bei verspannten Plissees.
Die Form der Glasleiste. Runde Glasleisten sind ein eigener Fall. Auf ihnen findet ein Klebeträger deutlich weniger Fläche als auf einer flachen.
Breite und Gewicht des Behangs. Ein schmales Plissee anbringen ist etwas anderes, als eine breite Jalousie zu montieren. Ab einer bestimmten Größe reicht Klemmen nicht mehr — dann wird direkt am Mauerwerk verschraubt, an der Wand oder an der Decke.
Diese vier Maße nehmen wir vor Ort. Wer sie überspringt und nach Augenmaß bestellt, bekommt einen Behang, der entweder klemmt oder Licht durchlässt.
Sonnenschutz hält die Sonne nicht nur aus dem Raum, sondern auch aus dem Boden. Direktes Licht bleicht Holz aus. Auf einem Parkett, das jahrelang halb von einem Teppich bedeckt war, sieht man den Rand irgendwann als Schatten. Ein Behang, der mittags unten ist, verzögert das erheblich. Und wenn der Boden bereits gelitten hat, ist das kein Totalschaden: Beim Parkett schleifen wird die ausgeblichene Schicht abgetragen und die Oberfläche neu aufgebaut.
Ansonsten braucht ein montierter Sonnenschutz wenig. Gelegentlich absaugen oder abstauben, die Bedienschnüre nicht überdehnen, bei Plissees die Falten nicht knicken. Läuft ein Behang irgendwann schwer oder hängt eine Seite durch, ist das meistens eine Sache von Nachjustieren. Rufen Sie an, bevor Sie es mit Gewalt versuchen.




Ausgangslage. Ein Wintergarten mit senkrechten Fensterelementen und schrägen Trapezfeldern im Dach. Sonnenschutz gab es nur an den senkrechten Feldern. Über das Dach heizte sich der Raum ab dem Vormittag auf.
Die Frage. Freihängende Behänge fallen an einer Schräge von der Scheibe weg. Für die Trapezfelder musste also verspannt werden — und dafür muss jede Kante einzeln aufgemessen werden, weil kein Feld dem anderen gleicht.
Umsetzung. Aufmaß aller Felder einzeln. Verspannte Plissees mit Spannschuhen in der Glasleiste für die Schrägen, geklemmte Plissees an den senkrechten Flügeln — dort ohne eine einzige Bohrung.
Ergebnis. Der Stoff liegt in jeder Stellung an der Scheibe an, auch in den Trapezfeldern. Die senkrechten Fenster sind unbeschädigt geblieben.
1. Anruf oder Richtpreis. Sie sagen uns, um wie viele Fenster es geht und was Sie vorhaben — oder Sie holen sich über den Kalkulator vorab eine Größenordnung.
2. Beratung im Showroom. Stoffe, Systeme, Transparenz. In der Eisenstraße liegen die Muster als Fläche aus.
3. Aufmaß vor Ort. Wir messen jedes Fenster einzeln: Scheibe, Falz, Glasleiste, Flügeltiefe. Dabei entscheidet sich, ob geklemmt, geklebt oder gebohrt wird.
4. Festpreisangebot. Eine verbindliche Zahl, bevor bestellt wird — Behang und Montage zusammen.
5. Fertigung. Der Sonnenschutz wird nach Ihren Maßen gefertigt. Wir melden uns, sobald er da ist.
6. Montage. Träger setzen, Behang einhängen, ausrichten, Abdeckkappen aufsetzen. Danach wird jeder Behang über die volle Breite geprüft und Ihnen die Bedienung erklärt. Verpackung und Reste nehmen wir mit.
Was ein Sonnenschutz kostet, hängt von der Zahl der Fenster ab, von den Maßen, vom Stoff und davon, ob geklemmt, geklebt oder gebohrt wird. Ein Dachfenster mit verspanntem System ist etwas anderes als ein Rollo am geraden Küchenfenster. Deshalb nennen wir hier keine Zahl, die später nicht stimmt.
Der Richtpreiskalkulator gibt Ihnen in drei Minuten eine belastbare Größenordnung — kostenlos und unverbindlich. Verbindlich wird es nach dem Aufmaß, als Festpreis.
In den meisten Fällen ja. Klemmträger werden auf den Fensterflügel geschoben und halten durch Federdruck, Klebeleisten sitzen direkt vor der Scheibe auf dem Glas. Beides setzt voraus, dass der Fensterfalz tief genug beziehungsweise die Klebefläche sauber und groß genug ist. Ob Ihr Fenster das hergibt, sieht man beim Aufmaß sofort — aus der Ferne lässt sich das nicht seriös beurteilen.
Verspannt. Am Dachfenster und an jeder Schräge reicht die Schwerkraft nicht aus, ein freihängender Behang würde von der Scheibe wegfallen. Verspannte Plissees laufen in seitlichen Spannseilen, oben und unten sitzen Spannschuhe in der Glasleiste. Der Stoff liegt dadurch in jeder Fensterstellung an der Scheibe an — auch beim Lüften.
Bei einem geraden Fenster mit passendem Maß und Klemmträgern: ja, dafür liegt jeder Lieferung eine Montageanleitung bei. Der Fehler passiert fast immer früher, nämlich beim Messen. Ein Plissee lässt sich nicht kürzen, wenn es zu breit bestellt wurde, dann muss neu bestellt werden. Bei Dachfenstern, Sonderformen und schweren Behängen wird es deutlich anspruchsvoller.
Im Altbau ist das eher die Regel als die Ausnahme. Wir messen deshalb nicht an einer Stelle, sondern an mehreren, und richten die Träger bei der Montage aus. Bei echten Sonderformen — Trapez, Dreieck, Rundbogen — wird jede Kante und jeder Winkel einzeln aufgenommen und der Behang danach gefertigt.
Im Prinzip nicht: Auch Jalousien und Rollos montieren wir geklemmt, geklebt oder gebohrt. Der Unterschied liegt im Gewicht. Jalousien mit Alulamellen und breite Rollos sind schwerer als ein Plissee — je größer die Fläche, desto eher wird verschraubt, in der Glasleiste, im Fensterrahmen oder am Mauerwerk. Geklemmt wird eher bei kleineren Formaten.
Das hängt von der Zahl der Fenster ab, von den Maßen, vom System und davon, ob geklemmt, geklebt oder gebohrt wird. Eine belastbare Zahl entsteht erst nach dem Aufmaß — dann allerdings als Festpreis. Für eine erste Größenordnung nutzen Sie den Richtpreiskalkulator: kostenlos, in drei Minuten, ohne dass jemand bei Ihnen vorbeikommt.
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